Evaluation - was ist das?

Unter Evaluation wird die Bewertung von Projekten, Prozessen und Organisationseinheiten verstanden. Als Evaluation lässt sich auch die grundsätzliche Untersuchung begreifen, ob und inwieweit etwas geeignet erscheint, einen angestrebten Zweck zu erfüllen.

Für eine Evaluation werden Daten methodisch erhoben und systematisch dokumentiert, um die Untersuchung, das Vorgehen und die Ergebnisse nachvollziehbar und überprüfbar zu machen. Standardverfahren zur internen und externen Datenerfassung sind Befragung, Beobachtung, Test, Fragebogen und Materialanalyse. Die Bewertung erfolgt durch den Vergleich der ermittelten Ist-Werte mit vorher explizit festgelegten, operationalisierten und begründeten Soll-Werten anhand festgelegter Indikatoren. Evaluation muss bestimmte Gütekriterien erfüllen: neben den Grundvoraussetzungen Nützlichkeit und Objektivität sind dies Reliabilität (= formale Genauigkeit, Zuverlässigkeit der Messung), Validität (=die Belastbarkeit der Operationalisierung: „Inwieweit misst das Testinstrument das, was es messen soll?“), Ökonomie und Normierung.

Evaluation dient der rückblickenden Wirkungskontrolle, der vorausschauenden Steuerung und dem Verständnis von Situationen und Prozessen. Anhand der Evaluationsdaten können untersuchte Prozesse angepasst und optimiert werden.

Im Bildungbereich sind die Schulen aufgefordert, regelmäßig (jährlich) Selbstevaluationen durchzuführen.
In großen Abständen (ca. 5 Jahre) wird durch eine Fremdevaluation ein Blick von außen auf die Qualitätsentwicklung der Schulen geworfen.



Selbstevaluation an der KHS

Nach einer ersten Überblicksevaluation im Jahre 2005 begannen wir im Schuljahr 2008/2009 gezielt mit der Selbstevaluation an der Klosterhofschule.

2008/2009:
Erhebungen zum Thema "Werkstattunterricht" überzeugten uns, diesen nicht nur aufrecht zu erhalten sondern auch auszubauen: eine neue Konzeption bezieht seither alle Klassen ein, die Kinder durchlaufen pro Schuljahr acht jeweils vierwöchige Werkstätten.

2009/2010:
"Präsentationen" sind ein wichtiges Thema in der Kompetenzentwicklung der Kinder geworden. Die Evaluation hierzu bestätigte uns in unserer Arbeit.

2009/2010:
Auch in den Bereich "Schulmanagement und -führung" wurde ein Blick geworfen, das Ergebnis bestätigte die Schulleitung in ihrer Arbeit.

2011/2012:
Das Evaluationsthema "Klassen- und Schulklima" hat uns intensiv beschäftigt: wir haben unser Miteinander beleuchtet und werden nun einige Wege gehen, dieses noch zu verbessern.

2012/2013:
Nach 14 Jahren Außenklassen und Integration körperbehinderter Kinder war es an der Zeit, die "Inklusion an der Klosterhofschule" unter die Lupe zu nehmen. Mit den Ergebnissen können wir erwartungsgemäß zufrieden sein, dennoch gibt es noch einiges zu verbessern, hauptsächlich bei den baulichen, personellen und sächlichen Voraussetzungen.

2013/2014:
Fremdevaluation an der Klosterhofschule
Zum Ergebnis: s.u.

2014/2015:
In diesem Schuljahr wollen wir uns mit dem Ergebnis der Fremdevaluation auseinandersetzen, die Empfehlungen diskutieren und - wenn sie zu uns passen - auch umsetzen.



Fremdevaluation 2014

Dafür ausgebildete Kollegen führen im Auftrag des Landesinstitutsfür Schulentwicklung diese Fremdevaluationen durch.

Ablauf:
> Zur Vorbereitung übersandte die Klosterhofschule dem zweiköpfigen Evaluatorenteam im November 2013 ihre
"schulische Qualitätsdokumentation".
> Im Februar 2014 wurden Schüler, Eltern und Lehrer im Rahmen einer Online-Befragung um ihre Einschätzung
gebeten.
> An zwei Tagen im März 2014 machten sich die Evaluatoren vor Ort ein Bild von der Schulkonzeption und ihrer Umsetzung:
- sie besuchten einige Kollegen im Unterricht
- sie machten einen Rundgang durch das Schulhaus und über den Schulhof
- sie interviewten Schüler, Eltern, Lehrer
- sie führten ein Gespräch mit der Schulleitung
> Im Juni 2014 wurde das Ergebnis der Erhebungen in einer Gesamtlehrerkonferenz dem Kollegium vorgestellt.

Insgesamt wurden 22 Merkmale in fünf Bereichen beurteilt:
> Qualitätsbereich I - Unterricht (Gestaltung der Lehr- und Lernprozesse, Praxis der Leistungs- und Lernstandsrückmeldung)
> Qualitätsbereich II - Professionalität der Lehrkräfte
> Qualitätsbereich III - Schulführung und Schulmanagement (Führung, Verwaltung, Organisation)
> Qualitätsbereich IV - Schul- und Klassenklima (Schulleben)
> Qualitätsbereich Q - Qualitätssicherungen und -entwicklung

Die Klosterhofschule erreichte bei 18 der 22 Merkmale die Zielstufe (=angestrebte Stufe, bei der geeignete Wege und passende Maßnahmen gefunden wurden, um den erwarteten Qualitätsstandard zu erreichen) bzw. die Exzellenzstufe (die durch die Anwendung herausragender systematischer Verfahren, Lösungen und Wege besonders hohe Qualität bedeutet).

Dieses außerordentlich gute Abschneiden erfüllt uns mit Freude und Stolz und bestätigt uns in unserer Arbeit.

Im folgenden noch einige Details aus dem Ergebnis:



Besonderheiten/Schwerpunkte

> integrative Beschulung von Kindern mit Behinderungen
> Gesundheitsförderung (und Stärkung der sozialen Kompetenzen)
> Werkstattunterricht
zusätzliche Bemerkungen

> Verzahnung der Schwerpunkte durch Projekte und Aktionen
> beispielhaftes Engagement auf dem Weg zur inklusiven Schule
> bewegte Pause (Spielgeräte)
> Würdigung der Schülerarbeiten (Ausstellung)
Stärken

> stark ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl
> wertschätzender, respektvoller Umgang miteinander
> Wir-Gefühl durch klassen- und jahrgangsübergreifende Gruppen, gemeinsame Aktivitäten, Veranstaltungen, Feiern, ...
> Einbindung der Eltern in Gemeinschaftsaktivitäten
> gute Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Kollegium und Sekretariat
> vielfältige Schulentwicklungsmaßnahmen
vorgeschlagene Entwicklungsfelder

> Ergänzungen im Bereich der Medienerziehung
> einheitliche Kriterienraster bei Leistungsrückmeldungen
> Ausbau des Individualfeedback